gitarre stimmen

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Stimmung der Gitarre

 

Normales Stimmen

Mit einer gut gestimmten Gitarre fängt alles an. Die Gitarre wird von der tiefsten bis zur höchsten Saite auf die Töne E, A, D, g, h, e'' gestimmt. Dabei liegt zwischen jeder Saite und der nächsten ein Abstand von fünf Halbtönen (Quinte), außer zwischen den Tönen g und h, zwischen denen nur vier Halbtöne liegen (Quarte). Da jeder Halbton einem Bund auf der Gitarre entspricht, ergibt sich das folgende Schema zur Stimmung der Gitarre:

E-Saite im 5. Bund = A-Saite leer

A-Saite im 5. Bund = D-Saite leer

D-Saite im 5. Bund = g-Saite leer

g-Saite im 4. Bund = h-Saite leer

h-Saite im 5. Bund = e''-Saite leer

Da sich in der Musik eingebürgert hat, den Kammerton A (440 Hz) als Referenzton zu verwenden, beginnt man damit, die A-Seite zu stimmen (nach Stimmgabel, Stimmflöte oder elektronischem Stimmgerät). Danach stimmt man die E-Saite im fünften Bund nach der leeren A-Saite. Dann die D-Saite nach der A-Saite im fünften Bund, die g-Saite nach der D-Saite im fünften Bund, die h-Saite nach der g-Saite im vierten (!) Bund und zuletzt die e''-Saite nach der h-Saite wieder im fünften Bund.

Dieses ist die normale Art, eine Gitarre zu stimmen, allerdings hat sie den Nachteil, daß bei mangelnder Übung sich ein Fehler fortsetzten kann: hat man z.B. die D-Saite nicht richtig nach der A-Saite abgestimmt, so ist es danach unmöglich, g-Saite, h-Saite und hohe e-Saite richtig zu stimmen. Um dieses Risiko der Fehlerfortsetzung geringer zu halten, sollte man so viele Saiten wie möglich nach der A-Saite stimmen, oder zumindestens die Stimmung anhand der A-Saite überprüfen. Greift man die A-Saite im zehnten Bund, so kann man damit die g-Saite überprüfen, im vierzehnten Bund die h-Saite. Die hohe e-Saite überprüft man am besten nach der leeren E-Saite. Gegebenenfalls muß man mehrmals durchstimmen.

 

Stimmen mit Flageolett-Tönen

Eine andere, und sehr viel elegantere Art, die Gitarre zu stimmen, besteht darin, mit Flageolett-Tönen zu arbeiten. Flageolett-Töne werden dadurch produziert, daß man den Finger nur sehr leicht auf die Saite über dem fünften, siebten oder zwölften Bundstäbchen legt. Dabei entspricht der zwölfte Bund genau der Mitte der Saite, der siebte Bund einem drittel, der fünfte Bund einem viertel der Saite. Der Flageolett im zwölften Bund halbiert die Saite, verdoppelt aber die Frequenz, so daß ein Ton entsteht, der genau eine Oktave über dem Ton der leeren Saite liegt. Der Flageolett im siebten Bund verkürzt die Saite um ein Drittel und erhöht den Ton um drei Quinten und eine Quarte, im fünften Bund verkürzt er die Saite um ein viertel und erhöht den Ton um vier Quinten und eine Quarte, bzw. vervierfacht die Frequenz und ist somit zwei Oktaven höher als der Ausgangston der leeren Saite. Soweit nur zur Theorie. In der Praxis ergibt sich daraus die folgende Anweisung:

1. Stimme die A-Saite nach Kammerton.
2. Stimme den Flageolett im fünften Bund der E-Saite nach dem Flageolett im siebten Bund der A-Saite.
3. Stimme den Flageolett im siebten Bund der D-Saite nach dem Flageolett im fünften Bund der A-Saite.
4. Stimme den Flageolett im siebten Bund der g-Saite nach dem Flageolett im fünften Bund der D-Saite.
5. Stimme die h-Saite nach dem Flageolett im siebten Bund der E-Saite.
6. Stimme die e''-Saite nach dem Flageolett im fünften Bund der E-Saite.

Flageolett-Töne lassen sich in der Tonhöhe viel besser beurteilen und vergleichen als gegriffene Töne, da der Ton hierbei vor allem von der Saite produziert wird und nicht so sehr von der ganzen Gitarre. Außerdem ist diese Art der Stimmung professioneller.

 

Stimmgeräte

In der letzten Zeit sind immer häufiger elektronische Stimmgeräte zu sehen, die mittlerweise schon ab ca. DM 45,00 zu haben sind. Technik soll ja bekanntlich das Leben erleichtern. Richtig eingesetzt sind solche Geräte für den fortgeschrittenen Gitarristen wirklich von großem Nutzen, so z.B. wenn mehrere Gitarristen ihre Gitarre nacheinander abstimmen wollen, bevor sie zusammen spielen. Auch ist sicher nichts dagegen einzuwenden, daß man statt einer Stimmgabel mit dem Referenzton A ein Stimmgerät benutzt, um die Gitarre in die richtige Tonhöhe zu bringen. Allerdings entsteht ein enormes Abhängigkeitspotential von diesem Gerät, wenn Anfänger es benutzen, ohne vorher gelernt zu haben, nach Gehör zu stimmen. Das Gehör muß für das Stimmen geschult werden, und es dauert eine Zeit bis die Gitarre wirklich rein gestimmt werden kann. Nur auf unser Gehör können wir uns wirklich verlassen, denn die Geräte sind sehr geräuschempfindlich und es muß sehr leise sein, damit sie richtig funktionieren. Sie eignen sich also bestenfalls für zu Hause.